FBZ art award
Das Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit (FBZ) der Ruhr-Universität Bochum vergibt seit 2018 einen jährlichen Kunstpreis von bis zu 10.000 Euro im Kontext von Psyche, Kunst und Gesundheit. Gestiftet wurde er von Prof. Dr. Silvia Schneider und Prof. Dr. Jürgen Margraf. Die Stiftung Kleine Kunstdialog West/Ost unterstützt die Ausschreibung unentgeltlich.
Im FBZ werden jährlich über 2.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit psychischen Störungen behandelt. Dem Zentrum ist es ein Anliegen, wissenschaftlich fundierte Psychotherapie in einem Umfeld anzubieten, das den Menschen und ihrer Befindlichkeit gerecht wird. Die Arbeiten der Shortlist sind zwei Monate in den öffentlich zugänglichen Bereichen des FBZ im Bochumer Fenster zu sehen. Das Werk der Preisträgerin oder des Preisträgers geht in die Sammlung des FBZ über.
Ausschreibung
Die Ausschreibung für den jeweils kommenden Jahrgang veröffentlicht das FBZ im Dezember. Bewerbungsschluss ist Anfang Februar, die Ausstellung der Shortlist wird im Mai eröffnet, die Preisverleihung findet Ende Juni oder Anfang Juli statt.
Alle Unterlagen und das Anmeldeformular gibt es beim FBZ: fbz-bochum.de/fbz-art-award
Preisträgerinnen und Preisträger
Annemarie Faupel und Andreas Jonak
Der FBZ art award 2026 ging an zwei Personen — mit zwei gleichrangigen ersten Preisen.
Annemarie Faupel — „fade", 2024. Öl auf Leinwand, 90 × 140 cm. Ein großformatiges Porträt: eine alte Frau, unbekleidet, vor dunkelgrünem Grund, in einer Genauigkeit gemalt, die dem Körper nichts wegnimmt und nichts hinzufügt.
Andreas Jonak — „two or one", 2026. Baumwolle, Kunstharz, Edelstahlsockel, 50 × 115 × 27 cm. Eine Skulptur in tiefem Rot, die auf zwei Sockeln aufliegt — ein gespannter, prall gefüllter Körper, dessen Oberfläche aussieht, als hielte sie etwas mit Mühe zusammen.
Gabriele Horndasch — „Sigh. Seufz. Ouf."
Über zwanzig Leinwände, auf denen das Seufzen in verschiedenen Sprachen als Lautmalerei erscheint, ohne die Menschen zu zeigen, die es hervorbringen. Was bleibt, ist der Laut selbst.
Klara Virnich — „Immaculate"
Acht Leinwände in dunklem Grün und Blau, deren Kunststoffbeschichtung mit Hammerschlägen aufgerissen wurde. Unter der makellosen Oberfläche, die der Titel verspricht, liegt etwas Verletztes.
Lisa Snook — „The Limits of Anguish"
Eine Bronzeskulptur: zwei geballte Fäuste, festgehalten in dem Moment, in dem Anspannung nicht weiter gehen kann. Erstmals wurde zusätzlich ein Fokuspreis über 5.000 Euro vergeben, er ging an Linda Nadji für die Betonskulptur „Koffer".
Klaus Sievers — „Die müde Königin"
Ölbild. Im selben Jahr wurde erstmals der Stiftungspreis der Stiftung Kleine Kunstdialog West/Ost verliehen: an Yasmijn Karhof aus Amsterdam für „Reality is a fingerprint", einen acht Meter langen Jacquard-Wandteppich.
Wiebke Maria Wachmann — „Fuchsen"
Eine Fotoserie und Lichtinstallation, entstanden auf einer Baustelle.
Bahar Batvand und Martin Klimas
Bahar Batvand für „Heute noch nicht" — angerostete Metallplatten, mit Draht und Gaze bespannt, die den Blick nach außen verstellen. Martin Klimas für eine Arbeit aus der Serie „Flowervases", in der perfekt arrangierte Blumenvasen im Moment ihrer Zerstörung fotografiert werden.
Der Hauptpreis wurde geteilt. Wegen der Pandemie kamen zwei Förderpreise hinzu, an Dieter Nuhr und Diana Sprenger. Die Ausstellung fand zunächst digital statt, die Verleihung im Atelier des Jurymitglieds Stephan Kaluza.
Lindy Annis — „Simple Souls"
Eine räumliche Anordnung aus hunderten Papierfiguren aus farbigem Werbepapier und Nähfaden, die kaleidoskopartig unterschiedliche Gesten zur Aufführung bringen. Jede Figur hat eine eigene Farbe, Form und einen eigenen Ausdruck.
Stephan Kaluza — „Maschine"
Die erste Verleihung des Preises.
Das weitere Ausstellungsstipendium ging an Arina Essipowitsch für „Une collecte".
Ausstellung 18. Mai bis 13. Juli 2018, Arkaden im Bochumer Fenster, Massenbergstraße 9–13, Bochum
Häufige Fragen
Wer kann sich bewerben?
Ausgebildete Künstlerinnen und Künstler. Ein Abschluss an einer Hochschule oder Akademie für Kunst ist Voraussetzung; Autodidaktinnen und Autodidakten können nicht berücksichtigt werden. Ein Höchstalter gibt es nicht, junge Absolventinnen bewerben sich ebenso wie etablierte Künstler. Eigene Erfahrungen mit psychiatrischen Einrichtungen sind für die Bewerbung unerheblich. Wer in einem früheren Jahr nominiert war, kann erneut einreichen.
Welche Gattungen?
Malerei, Skulptur, Zeichnung, Grafik, Fotografie sowie Installationen, die in Behandlungsräumen gezeigt werden können. Zu beachten ist, dass die Werke öffentlich zugänglich hängen und Patientinnen und Patienten täglich mit ihnen umgehen.
Wie wird eingereicht?
Ausschließlich digital, über das Portal des FBZ. Die aktuellen Anforderungen stehen in der jeweiligen Ausschreibung.
Wer entscheidet?
Eine Jury aus dem Direktorium des FBZ, einer Vertretung der Psychotherapie-Ambulanzleitung und zwei Kunstexpertinnen oder Kunstexperten.
Transport und Versicherung
Für die Künstlerinnen und Künstler der Shortlist stehen je 600 Euro für An- und Ablieferung zur Verfügung. Die Arbeiten sind während der Ausstellung nicht separat versichert, da es sich um eine öffentlich-rechtliche Institution handelt. Das Gebäude hat einen Sicherheitsdienst und Schließzeiten, der Zugang ist kontrolliert.